Thursday, August 18, 2016

Endlich Rodrigues - das erste und sicherlich nicht das letzte Mal...für dieses Jahr

"Rodrigues ist Mauritius, nur 20 Jahre zurück."

Schiff Ahoi
So hört man es immer wieder von den Mauritiern über die kleine Schwesterinsel nordöstlich von der Hauptinsel.

Nachdem ich nun es endlich geschafft habe dort hin zu kommen, muss ich sagen, das Rodrigues zumindest um Welten schöner ist als Mauritius (mein Eindruck). Rodrigues ist Natur pur. An den Küstenhängen sieht es recht karg, was aber auch eine besondere Schönheit ausmacht, doch je höher man kommt desto grüner und bewaldeter wird es.

Die Ankunft

Anflug, die südliche Lagune
Als wir Freitags landeten war es recht schön am Flughafen Gaetan Duval im Südwesten des Eiland. Kaum durch die Passkontrolle gekommen, stürzten sich die Mauritier geschlossen in den Duty-Free Shop, da dort der Fusel billiger ist. Man muss ja auch etwas während dem Aufenthalt zu trinken haben...

Anflug, die südliche Lagune
Supermärkte, wie man sie von Mauritius kennt, sind hier eher eine Fehlanzeige. Ich habe 2 Supercash Läden in Port Mathurin gesehen (wie es ihn z.B. auch in Phoenix an der Autobahn gibt), diese sind in Rodrigues aber auch mehr ein größerer Tante Emma Laden. Was nun aber nicht heißt, dass man auf dieser schönen Insel Hunger leiden muss.

Nachdem dann auch meine Frau und ihre Freundinnen ihren Soll im Duty Free Laden gefröhnt haben, während der, weiße, Esel das Gepäckband abgeräumt hat, ging es raus in den strömenden Regen. Winter auf den Maskarenen...

Erster Eindruck

Kaum im eher etwas ungewöhnlichen Pickup Taxi unterwegs konnte ich schon meinen Augen kaum glauben...kein einziger verdammter Zuckerrohrhalm zu sehen. Natur pur und keine Monokultur. Als nächstes bemerkte ich den spärlichen Verkehr auf der Insel. Besonders schön wenn man selbst fährt. Sicherlich gibt es auch ein paar vereinzelt lebensmüde Verrückte im Verkehr. Keine Schlange die einen endlos lange in der Warteposition aufhält. An Kreuzungen könnte man beinah einfach rausfahren ohne erst zu schauen (bitte nicht wirklich tun - dies dient nur zur Veranschaulichung).

Auch ganz toll hier, Streunerhunde hab ich nicht wirklich gesehen. Vereinzelt sieht man einen Hund an der Strasse, aber wahrscheinlich nur, weil er nicht angebunden war oder es keinen Zaun ums Haus gibt. Dafür sieht hier mehr Ziegen der Rasse leashed Roadsidegoats (angebunde Strassenrandziegen bzw. -schafe). Wenn eine Stelle abgegrast ist, wird der Pfahl mit der Leine und der Ziege am Ende an eine andere Stelle in den Boden gerammt.

Während in Mauritius der Mülleimer in 5m Entfernung schon zu weit entfernt ist, nimmt man hier scheinbar mehr Rücksicht auf seine kleine Umgebung. Gut am Ende hab ich auch eine Sammlung an leeren Flaschen gesehen, aber im Großen und Ganzen scheint es hier recht zivilisiert abzulaufen, wenn es an die Entsorgung geht.
Plastiktüten, selbst diese sogenannten "biologisch abbaubaren", sind auf Rodrigues verboten. Es gibt bereits im Flugzeug die Durchsage, keine Plastiktüten auf die Insel einzuführen. Daher gibt es am Flughafen die letzte Möglichkeit die Tüten in einem Flechtkorb zu entsorgen. Wahrscheinlich kauft man auch kaum künstlichen Frass hier, da alles Gute im eigenen Garten wächst bzw. vor der Landgrenze schwimmt.

Was mir ansonsten im ersten Moment auffiel...Rodrigues = Chamarel10. Eine Strasse die sich vom Flughafen quer über die Insel nach Mont Lubin hoch- und von dort nach Norden und die Hauptstadt Port Mathurin runterschraubt. Unterwegs kann man dann noch in die anderen Himmelsrichtungen sich wieder zur Küste kreiseln.Hauptsächlich läuft der Verkehr von der Küste ins Zentrum und verteilt sich von dort wieder.

Die Bay beim Konokono

Die Unterkunft - Le Konokono

Unsere Unterkunft war das Le Konokono Bungalowhotel. Eine wunderbare Unterkunft die zum Einen unglaublich günstig, inklusive HP, ist und absolut ausreichend. Dach über dem Kopf, gutes Essen, man hat sich dort nach meinen vegetarischen Vorzügen erkundigt, mir sogar "Extrawürste" gemacht und ist immer hilfsbereit.

Aber grundsätzlich hat sich die Besitzerin bei jedem erkundigt, was er essen kann oder nicht. Hier hat man also die Möglichkeit seine Allergien preiszugeben.

Das Gelände des Konokono Gästehaus'
Das Gelände des Konokono Gästehaus'
Die Zimmer sind natürlich recht schlicht aber es ist alles vorhanden was man braucht. Bett (wir hatten noch ein zusätzliches Einzelbett (was natürlich gut ist, wenn man mit Kind reist), Toilette und Bad mit warmer Dusche (Elektroboiler). Zusätzlich gibt es noch Fernsehen (4 Stationen, BBC und 3 MBC) und eine Kühlschrank auf dem Zimmer und freies WLAN beim Restaurant (kein besonders gutes aber für Email ausreichend, Bilderuploads eher nicht). Selbst das zur Sicherheit gebuchte Orange Wochenpaket von 200mb hat nicht sonderlich gut auf dem Handy funktioniert.
Durch die Schlichtheit der Bungalows muß man natürlich auch in Kauf nehmen dass von neben an etwas an Geräuschen durchkommen kann.

Eine große Wiese draussen und ein Pool mit Salzwasser ist auch vorhanden.
Freitagabend gab es typische Folklore von Rodrigues. Sehr lustig und schön. Die Jungs mit der Ravanne mussten nach jedem Lied die Trommel über dem Grill wieder anwärmen um wahrscheinlich das Leder wieder zu spannen.
bewölkter Sonnenaufgang
Sonnenuntergang
Eine weitere Besonderheit gibt es hier noch, wenn es das Wetter zulässt, kann man hier durch die besondere Lage im Norden den Sonnenuntergang wie auch -aufgang beobachten.



Die Bewohner der Insel

Die Menschen auf Rodrigues sind sehr freundlich und aufgeschlossen.
Lieblingssport der Mauritier auf Rodrigues: Die ganzen Chutneys, die die Rodriguer teurer vor den Supermärkten auf Mauritius verkaufen, gibt es hier spottbillig. Daher wird gekauft was das Zeug hält und in den Koffer passt. Auch beliebt... Hüte, Körbe, lokale Zitronen/Limonen und rote Bohnen aus Rodrigues und natürlich Ourite, die luftgetrockneten Tintenfische, die in der seichten Lagune beim Fangen aufgespießt, zum Transport von innen nach außen gedreht werden um dann später an der Luft getrocknet zu werden. (Das erinnert mich immer an Fred Cheneau, den Globe Cooker im franz. Fernsehen. Er hat sich auch dabei versucht und geschriehen wie ein kleines Mädchen, als sich der noch lebende Tintenfisch um seinen Arm geklammert hat. Die Frau, die ihm das Fangen gezeigt und ihn befreit hat, hatte Ihren Spass dabei).
Achtung beim Mitnehmen von Tintenfisch im Flieger: Tintenfische müssen am Flughafen in Rodrigues deklariert werden, die Händler geben einem normalerweise einen Zettel den man am Schalter im Flughafen Rodrigues vorzeigen muss. (Wenn nicht am besten danach fragen.) Sonstiges Vieh, Rind, Schwein oder Geflügel darf im Moment gar nicht zwischen den Inseln transportiert werden.

Aktivitäten

Pointe Coton
An den 52 Kurven
Was kann man hier alles machen? Auf jeden Fall eine Menge Aktivurlaub. Wenn Sie wirklich Natur und Ruhe suchen, dann sollten zu Ihrem Flug nach Mauritius einen direkten Weiterflug nach Rodrigues buchen. Nicht wie in Mauritius, wo man teilweise beim Marschieren an der Strasse Angst um sein Leben haben muss, ist es hier sehr ruhig auf den Strassen. Vielleicht alle halbe Minute kommt einem mal ein Auto entgegen. Kaum einer fährt schneller als die vorgegebenen 50 km/h, ich selbst war wegen den kurvigen Bergstrassen kaum mal im 4. Gang. Als Beispiel dient hier die Strasse mit den 52 Kurven und Serpentinen nach Port Sud Est.
Seilrutschen, Bungee gibt es und eine wacklige Hängebrücke kann man überqueren. Mit der Caverne Patate kann man einen riesigen ca. 1.2 km langen Tunnel durchqueren. An einsamen Stränden, wie z.B. in St. Francois und Pointe Coton im Osten entspannen, Samstags auf den Wochenmarkt im Port Mathurin.
Weitere interessante Orte sind die Kathedrale in Saint Gabriel, Ile aux Cocos, Trou D'argent Beach, unter die Riesenschildkröten mischen u.v.m.
Markt und Hafen
Die Kanone bei der Reine
Reine de la Rodrigues
Einen schönen Blick über Port Mathurin, die Bucht und den Hafen hat man von der Reine de Rodrigues aus, direkt an einer der Serpentinenschleifen oberhalb der Hauptstadt. Hier findet man auch noch eine Kanone.






 

Nahrungsaufnahme

Einhornfisch bei Mme Solange
Fächerpalmenblätterdach auf der Grillhütte
Auf Rodrigues ist das Essen recht frisch. Fisch und Meeresfrüchte natürlich sowieso, aber selbst den Salat den man mir bei Madame Solange am Strand von St. Francois gemacht hat, wurde direkt vor dem Verzehr von einer der, ich tippe mal, Töchter direkt aus dem eigenen Garten geholt - und noch nicht mal berechnet. Madame Solange wurde uns auch vom Le Konokono empfohlen. Hier sollte man aber nicht nach einem Restaurant aus Stein Ausschau halten. Es handelt sich um einen einfachen Verkaufsstand, wie man sie auch überall in Mauritius am Strassenrand findet, und neben an ein Holzverschlag mit Fächerpalmenabdeckung unter dem hauptsächlich Chicken, in Knoblauchmargerine eingeriebene Baguettescheiben und Fisch gegrillt werden. Dieser Strandgrill befindet sich beinah direkt gegenüber von der Auberge St. Francois.
(Hier möchte ich mich bei der deutschen Familie entschuldigen, als ich nicht bei den Schwierigkeiten beim Bestellen des Fisches geholfen habe, manchmal denke ich einfach zu viel und zu lange bevor ich etwas tue. Zum Glück kam eine Dame zu Hilfe die dann doch noch auf Englisch helfen konnte).
Wenn man zu Madame Solange kommt sollte man vorher auf der Anhöhe den Blick in den tieferen Bereich geniessen, eine wundervolle Aussicht auf eine Fläche mit Palmen und Gemüsegärten. Fast wie eine Oase in einer Wüste.
Des Weiteren haben wir wirklich gut im Restaurant La Caverne, direkt gegenüber vom Feldweg der zu der Caverne Patate, gegessen. Hier hab ich dann auch mal etwas vom Tintenfisch probiert und muss sagen er war wirklich gut. Hier wie auch im Restaurant
Salat Konokono im Marlin Bleu - eine Art Schneckenmuschel.
Aux Deux Freres in Port Mathurin kann man auch auf einem Balkon speisen.
Zum Abschluss waren wir im Le Marlin Bleue in Anse aux Anglais, einem kleinen Ort östlich von Port Mathurin. Hier war plötzlich "die Hölle" los, wahrscheinlich lag es auch am Feiertag (15.8). Absolut gute Pizzen, knusprig und sehr frisch.
Alles sicherlich keine Sternerestaurants, aber bodenständig, frisch und lecker.
Ganz spezielle lokale Kuchen mit Frucht oder Schokofüllung, süß oder salzig gibt es bei La Tourterie (im Video bei Minute 3:11). Diese Dame ist auch an Samstagen auf dem Markt in Port Mathurin. Hier kann man den Kuchen vorbestellen, er wird dann zum Abflugtag an den Flughafen geliefert. Im inneren Wartebereich gibt es eine Bar wo diese dann übergeben werden.
Auch liefern manch andere Händler vom Markt auf Wunsch, oder wenn etwas ausgegangen ist, in die Unterkunft.

Alles in allem ein wundervoller, leider zu kurzer Aufenthalt um noch mehr zu schreiben. Rodrigues ist sicherlich nichts für Leute die nach 2 Minuten schon hibbelig werden. Ich habe auf jeden Fall für November wieder einen Kurzaufenthalt mit viel Wandern eingeplant. Wer mit will kann mich gerne kontaktieren, dann bestelle ich gleich mit.

Aussicht an der Caverne Patate
Das erste Mal seh ich dass man Wasser auffängt.
Hügel an der Caverne Patate
Hügel an der Caverne Patate
Im Untergrund der Caverne Patate
Aussicht an der Caverne Patate
Im Untergrund der Caverne Patate
Im Untergrund der Caverne Patate
Im Untergrund der Caverne Patate
Im Untergrund der Caverne Patate
Im Untergrund der Caverne Patate 27m hohe Höhle
Im Untergrund der Caverne Patate
Am besten die frühe Führung um 9 nehmen. Jede Menge Lemminge um 11 Uhr die den Durchgang durch die Höhle von 45 Minuten auf mehr als eine Stunde ausweiteten.
Baum am Ausgang der Höhle
Die vorgelagerten Inseln
Hier gibt es jede Menge Aussicht, nach allen Richtungen.
Sehr stacheliges Gestrüpp, erinnerte mich an den Mesquitestrauch in Texas.
Daher bitte ein anderes Fenster wählen.

Friday, August 5, 2016

Wasserfälle bei Olivia

Heute war ich in der Nähe von Olivia unterwegs. Dies liegt auf der Strecke Quartier Militaire - Bel Air. Kann mich nicht erinnern, früher hier in Mauritius soviel Fluss auf einmal gesehen zu haben.
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 Von oben gesehen...
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...und etwas weiter den Fluss hinunter.





Friday, July 22, 2016

Rochester Falls im Süden bei Surinam und Souillac

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Heute endlich mal wieder eine Wandertour. Die letzten Wochen war das Wetter recht unbeständig und regnerisch was keine rechte Wanderstimmung aufkommen lies. Wobei das Problem nicht der Regen wäre sondern eher das knöcheltiefe Versinken im teils recht rutschigen Schlamm.
Heute hatte ich Glück und es blieb trocken während der Tour.







Wednesday, June 29, 2016

Geplante Touren

Im Moment ist die Lust zu wandern etwas eingeschränkt, das Wetter war die letzten Tage und Monate recht bescheiden. Im Nationalpark kann es da auf den Trails dann teilweise schon recht matschig und rutschig sein.
Unten noch eine Liste mit ausstehenden Touren. Gebt mir bescheid wenn Ihr gerne teilnehmen möchtet.

Entlang den Bergen östlich der neuen Autobahngeplant für 1.7.2016 gg. 7:30 Uhr
La Nicoliere Feeder Canal Bridge
Entlang des Bergrückens vom Piton nach Chamarel
Black River Gorges nach Bel Ombre via Parakeet Trail

Ansonsten gibt es noch den Mauritius Hash, jeden 2. Sonntag teilweise an Orten, wo der normale Mauritier auch nicht für gewöhnlich hereinkommt. Mehr Infos unter www.mhash.com

Saturday, April 9, 2016

Volle Runde in den Gorges

Volle Runde heisst, vom Parkplatz unten im Tal über den Parakeet Trail nach oben, Pailles en Queue Trail und Maccabee Trail wieder herunter ins Tal. Ca. 20 recht anstrengende Kilometer...und eine mit chinesischen Guaven gefüllte Plastikdose.
Einerseits war es schön dass das Wetter nicht so gut war...andererseits hat gerade dies den Aufstieg um einiges schwerer gemacht, da es doch teilweise recht rutschig war. Oben angekommen hat man dann auch sehr den recht kühlen Wind gespürt. An eine Pause nach dem Parakeet Trail war nicht zu denken, da zu windig und leicht regnerisch.
So habe ich mich weiter unterhalb im Mares Trail wieder in die Büsche geschlagen, um wieder etwas geschützter zu sein.
Der Abstieg ging dann recht heftig in die Knie. Man muss immer aufpassen, dass man nicht auf dem teilweise losen Geröll abrutscht. Ich bekomme es zwar immer abgefangen bevor ich hinfalle, aber gerade dieses Abfangen, kann heftige Schmerzen in den Knien verursachen.
Aber egal. Die Tour war es wert.

Variationen:
Man kann es natürlich noch ausweiten. Eine Runde um das Mare Longue bevor man den Maccabee Trail heruntergeht, oder sich im Park ausladen lassen, auch wieder Mare Longue (im Uhrzeigersinn) aber anstatt wieder hoch Richtung Petrin zu gehen, geht man weiter über Henrietta bis nach Cascavelle runter. Dort kann man sich dann wieder abholen lassen. Gerade Henrietta - Bassin (siehe andere Tour) kann in der falschen Jahreszeit aber am Ende der Strecke recht heiss werden. (Vielleicht geht man die Tour anders herum, startet dabei recht früh, um zur warmen Tageszeit im Schatten des Waldes zu sein.) Grob geschätzt meinerseits sind das ca. 30km.

Monday, March 28, 2016

Lavahöhlen im Nordosten

Im Nordosten der Insel findet man verschiedene Lavahöhlen. Diese liegen etwas ab von der Hauptstraße. Daher kommen scheinbar nicht so viele Touristen dort hin. Es wurde dort auch ein schöner Naturpfad angelegt.